KI und Datenschutz: Regeln, die im Betrieb halten

In vielen Betrieben gibt es zwei Zustände: Entweder ist KI offiziell verboten und wird trotzdem benutzt, oder sie ist erlaubt und niemand weiß, welche Daten dabei das Haus verlassen. Beides ist ein Risiko, und beides lässt sich mit einer schriftlichen Regel beenden.

Dieser Baustein führt zu genau dieser Regel. Am Ende steht eine KI-Richtlinie für den eigenen Betrieb: welche Werkzeuge freigegeben sind, welche Daten hineindürfen, wer bei Zweifeln entscheidet und wie das dokumentiert wird.

Pflichtbaustein der Maßnahme Anwendungsorientierte Digitalisierung im Unternehmenskontext. 125 Unterrichtseinheiten, 1.307,50 €, einzeln buchbar.

Was Sie danach im Betrieb übernehmen

Die Maßnahme qualifiziert für die Rolle, die im Unternehmen die KI-Anwendungen baut und betreut. Dieser Baustein deckt davon den folgenden Teil ab.

  • Eine KI-Richtlinie für den Betrieb entwerfen und mit der Geschäftsführung abstimmen
  • Beurteilen, welche Daten in welches Werkzeug dürfen
  • Die Einführung begleiten, auch gegen Widerstand im Team

Inhalte dieses Bausteins

Laut Lehrplan: Datenschutz, Ethik, Change Management & QS. Über die sechs Wochen verteilt, mit eigenen Aufgaben aus dem Betrieb der Teilnehmenden.

  • DSGVO im KI-Einsatz: Rechtsgrundlage, Zweckbindung, Auftragsverarbeitung
  • Personenbezogene Daten in Prompts erkennen und vermeiden
  • Artikel 4 der KI-Verordnung: welche Maßnahmen zur KI-Kompetenz verlangt sind
  • Betriebsrat, Mitbestimmung und Beschäftigtendatenschutz
  • Eine eigene KI-Richtlinie schreiben, die im Alltag anwendbar bleibt
  • Ethische Grenzen: Bewerbung, Leistungsbewertung, automatisierte Entscheidungen
  • Change Management: Einwände aus dem Team aufnehmen statt übergehen
  • Qualitätssicherung: Vier-Augen-Prinzip und Prüfschritte für KI-Ergebnisse

Werkzeuge, mit denen gearbeitet wird

Vorlage für eine KI-RichtlinieCheckliste AuftragsverarbeitungPrüfraster für KI-Ergebnisse

Die Werkzeuglandschaft ändert sich schneller als ein Lehrplan. Maßgeblich ist der Lehrplantitel; welche Produkte im konkreten Durchlauf eingesetzt werden, hängt vom Stand zum Kursbeginn ab.

Der Rahmen in Zahlen

Umfang125 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
DauerSechs Wochen, brutto gerechnet mit Puffer für Feiertage und Urlaub
FormatLive online über Zoom, dazu eine Lernplattform
Teilnehmerzahlhöchstens 12 Personen
Startzum 1. eines Monats
Lehrgangskosten1.307,50 € für diesen Baustein
AbschlussTrägerzertifikat über den absolvierten Baustein
ZulassungMaßnahme A240500707, Träger A2405007

Für wen die Teilnahme gedacht ist: Beschäftigte, die KI im Betrieb einführen oder verantworten. Pflichtbaustein für jeden Lehrplan.

Wie sich dieser Baustein fördern lässt

Für Beschäftigte kommt § 82 SGB III in Betracht, das Qualifizierungschancengesetz. Den Antrag stellt der Arbeitgeber beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Bei Betrieben unter 50 Beschäftigten sind bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten möglich, dazu bis zu 75 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Unterrichtszeit. Mit der Betriebsgröße sinken beide Sätze.

Mit 125 Unterrichtseinheiten liegt der Baustein über den mehr als 120 Stunden, die § 82 Absatz 1 Nummer 4 SGB III verlangt. Als Stunden zählen dabei Unterrichtseinheiten von 45 Minuten. Er ist damit auch einzeln förderfähig, ohne dass die ganze Maßnahme gebucht werden muss.

Für Arbeitssuchende läuft die Finanzierung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Über Art und Höhe der Förderung entscheidet in beiden Fällen der Fördergeber im Einzelfall. Wir unterstützen Sie beim Antrag und stellen die Unterlagen zusammen.

Häufige Fragen zu diesem Baustein

Was verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung von Unternehmen?

Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen in ihrem Auftrag über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Die Verordnung nennt dafür weder eine Stundenzahl noch eine Schulungsform noch ein Zertifikat. Zu berücksichtigen sind Kenntnisse, Erfahrung, Ausbildung und der Einsatzkontext.

Dürfen Kundendaten in ein KI-Werkzeug eingegeben werden?

Das hängt am Werkzeug und am Vertrag. Entscheidend sind eine Rechtsgrundlage, ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung und die Frage, ob die Eingaben zum Training verwendet werden. Im Baustein wird genau dieser Abgleich für die im Betrieb genutzten Werkzeuge durchgeführt.

Ersetzt der Baustein eine Rechtsberatung?

Nein. Vermittelt wird, wie sich der eigene KI-Einsatz strukturieren und dokumentieren lässt. Eine rechtliche Einzelfallprüfung bleibt Sache der Anwaltskanzlei oder der Datenschutzbeauftragten.