Produktlistings, die gefunden werden und verkaufen

Wie schreibt man Produktlistings, die auf Marktplätzen und im eigenen Shop verkaufen?

Produktlistung ist in der Maßnahme „Digitales Marketing für den Handel" der Deutschen Mitarbeiterförderung mit 160 Unterrichtseinheiten hinterlegt: Modul 6 für Aufbau, Verkaufspsychologie und A/B-Testing, Modul 7 für die Besonderheiten von Amazon, Otto und Kaufland. Gearbeitet wird an den eigenen Artikeln.

Drei Fragen, die jedes Listing beantworten muss

Ein Produktlisting hat drei Aufgaben, und sie laufen in dieser Reihenfolge ab. Erstens muss der Artikel überhaupt gefunden werden, also in der Suche der Plattform auftauchen. Zweitens muss in den ersten Sekunden klar werden, worum es geht und für wen. Drittens muss genug Vertrauen entstehen, damit jemand bestellt.

Die meisten Listings scheitern an der zweiten Aufgabe. Der Titel enthält jedes Keyword, das sich unterbringen ließ, und sagt trotzdem nicht, was das Produkt leistet.

Was sich plattformübergreifend überträgt

Titelaufbau, Nutzenargumentation, Bildstrecke und der Umgang mit Bewertungen folgen überall derselben Logik. Unterschiedlich sind Zeichenbegrenzungen, Pflichtfelder, Kategoriebäume und die Frage, welche Inhalte die Plattform selbst ausspielt.

Deshalb wird im Unterricht zuerst die Logik aufgebaut und danach plattformweise übersetzt. Wer Amazon beherrscht und bei Otto scheitert, kennt meist nur die Feldstruktur noch nicht. Das Handwerk bleibt dasselbe.

  • Titel: Was es ist, für wen, und das entscheidende Merkmal
  • Bulletpoints: Nutzen vor Merkmal, ein Gedanke pro Zeile
  • Beschreibung: Einwände vorwegnehmen statt Marketingtext
  • Bilder: Hauptbild, Anwendung, Maßstab, Detail, Lieferumfang
  • Bewertungen: lesen, einordnen, ins Listing zurückspielen

Fotobriefing gehört zum Listing

Die Bildstrecke ist der Teil des Listings, den eine Shop-Betreuerin selten selbst produziert und trotzdem verantwortet. Entscheidend ist deshalb das Briefing: welche Motive gebraucht werden, in welcher Reihenfolge sie wirken und welche Information jedes Bild tragen muss.

Im Lehrplan steht das Fotobriefing mit 24 Unterrichtseinheiten in Modul 6 und weiteren 16 in Modul 7. Genau daran liegt es, wenn Bildstrecken drei Korrekturschleifen brauchen.

A/B-Tests, damit aus Meinung eine Zahl wird

Über Titel und Hauptbild lässt sich lange diskutieren. Ein A/B-Test beendet die Diskussion. Behandelt wird, wie ein Test aufgesetzt wird, wie lange er laufen muss und ab wann ein Unterschied belastbar ist.

Wo das bei uns unterrichtet wird

Digitales Marketing für den Handel, AZAV-Maßnahme A240500701, insgesamt 680 Unterrichtseinheiten. Auf dieses Thema entfallen davon 160 Unterrichtseinheiten:

ModulTitel laut LehrplanUmfangWas dort zum Thema gehört
Modul 6Produktlistung und Verkaufspsychologie80 UEGrundlagen der Listung, Beschreibungen und Bilder, Bewertungen, Conversion-Optimierung, A/B-Testing, Fotobriefing.
Modul 7Spezielle Themen für E-Commerce-Plattformen80 UEProduktlistung auf Amazon, Otto und Kaufland, visuelle Gestaltung, Plattform-Interfaces und Schnittstellen.

Was Sie danach selbst umsetzen

  • Listings für Amazon, Otto, Kaufland und den eigenen Shop aufbauen und pflegen
  • Fotobriefings schreiben, die ohne Korrekturschleife umsetzbar sind
  • Bewertungen systematisch auswerten und ins Listing zurückspielen
  • A/B-Tests aufsetzen und das Ergebnis richtig lesen

Lehrgangskosten 6.582,40 € für die gesamte Maßnahme, 9,68 € je Unterrichtsstunde laut Maßnahmenbogen. Für Beschäftigte kommt § 82 SGB III in Betracht: bei Betrieben unter 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 75 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt, mit der Betriebsgröße sinkend. Für Arbeitssuchende läuft die Finanzierung über einen Bildungsgutschein. Über Art und Höhe entscheidet der Fördergeber im Einzelfall.

Häufige Fragen

Gilt das auch für den eigenen Shop?

Ja. Titelaufbau, Nutzenargumentation und Bildstrecke funktionieren im eigenen Shop genauso. Dort kommt hinzu, dass die Produktseite auch für Suchmaschinen optimiert wird; das behandelt Modul 2 über 80 Unterrichtseinheiten.

Wird mit KI-Werkzeugen an Listings gearbeitet?

Der Lehrplan dieser Maßnahme sieht das nicht ausdrücklich vor. Wer KI für Produkttexte und Bilder systematisch einsetzen will, findet das in der Maßnahme Anwendungsorientierte Digitalisierung, deren Bausteine zu Textmarketing und Bildgenerierung einzeln buchbar sind.

Wie viele Artikel werden im Unterricht bearbeitet?

Das hängt vom Sortiment der Teilnehmenden ab. Ziel ist eine Arbeitsweise, die sich danach auf das ganze Sortiment anwenden lässt.