E-Mail-Marketing für Onlinehändler

Wie baut ein Händler E-Mail-Marketing auf, das Bestandskunden zurückbringt?

E-Mail-Marketing ist in der Maßnahme „Digitales Marketing für den Handel" der Deutschen Mitarbeiterförderung mit 84 Unterrichtseinheiten hinterlegt: Modul 9 über 60 Unterrichtseinheiten für Newsletter, Segmentierung, Personalisierung und Auswertung, dazu 24 Unterrichtseinheiten in Modul 8 für die Anbindung an den Shop und die Automatisierung.

Der Kanal, der dem Betrieb gehört

Reichweite auf Marktplätzen und in sozialen Netzwerken ist gemietet. Die Regeln ändern sich, die Kosten steigen, und der Zugang kann wegfallen. Eine Empfängerliste gehört dem Betrieb und lässt sich mitnehmen.

Für Händler ist der Hebel der Wiederkauf. Jemand, der schon gekauft hat, kostet keine Akquise mehr, und eine gut gebaute Strecke holt ihn zuverlässiger zurück als jede Anzeige.

Was automatisiert laufen sollte

Es gibt eine Handvoll Nachrichten, die jeder Shop braucht und die nach dem Aufsetzen von allein laufen. Alles darüber hinaus ist Kür.

  • Begrüßung nach der Anmeldung
  • Erinnerung an einen liegen gebliebenen Warenkorb
  • Nachfassen nach dem Kauf, mit Bitte um Bewertung
  • Reaktivierung nach längerer Pause
  • Nachbestellung bei Verbrauchsartikeln

Die rechtliche Seite gehört dazu

Werbe-E-Mails brauchen grundsätzlich eine Einwilligung. § 7 Absatz 3 UWG lässt eine Ausnahme für Bestandskunden bei ähnlichen Waren zu, wenn beim Erheben der Adresse und in jeder Nachricht auf den Widerspruch hingewiesen wird. Dazu kommen die Pflichtangaben und eine funktionierende Abmeldung.

Im Lehrplan steht die rechtliche Einordnung unter den Grundlagen in Modul 9. Eine Strecke, die rechtlich nicht hält, ist ein Abmahnrisiko.

Messen, bevor optimiert wird

Öffnungsraten allein sagen wenig, seit Postfächer Bilder vorab laden. Belastbar sind Klicks, Abmeldungen und der Umsatz je Versand. Modul 9 hinterlegt Analyse und KPI-Messung mit 20 Unterrichtseinheiten.

Wo das bei uns unterrichtet wird

Digitales Marketing für den Handel, AZAV-Maßnahme A240500701, insgesamt 680 Unterrichtseinheiten. Auf dieses Thema entfallen davon 84 Unterrichtseinheiten:

ModulTitel laut LehrplanUmfangWas dort zum Thema gehört
Modul 9E-Mail-Marketing60 UEGrundlagen, Newsletter-Erstellung mit Design und technischer Umsetzung, Segmentierung und Personalisierung, Analyse und KPI-Messung.
Modul 8Online-Shop erstellen (Shopify)24 UEE-Mail-Marketing-Integration und Automatisierung im Shop.

Was Sie danach selbst umsetzen

  • Newsletter gestalten und technisch sauber versenden
  • Empfänger segmentieren und Inhalte personalisieren
  • Automatisierte Strecken für Warenkorb, Nachkauf und Reaktivierung aufsetzen
  • Einwilligungen rechtssicher einholen und dokumentieren
  • Versand an Klicks, Abmeldungen und Umsatz messen

Lehrgangskosten 6.582,40 € für die gesamte Maßnahme, 9,68 € je Unterrichtsstunde laut Maßnahmenbogen. Für Beschäftigte kommt § 82 SGB III in Betracht: bei Betrieben unter 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 75 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt, mit der Betriebsgröße sinkend. Für Arbeitssuchende läuft die Finanzierung über einen Bildungsgutschein. Über Art und Höhe entscheidet der Fördergeber im Einzelfall.

Häufige Fragen

Welches Versandsystem wird im Unterricht genutzt?

Der Lehrplan legt kein Produkt fest. Gearbeitet wird an Aufbau, Segmentierung und Auswertung; diese Schritte sehen in jedem gängigen System gleich aus.

Darf man Bestandskunden ohne Einwilligung anschreiben?

Nur unter den Voraussetzungen des § 7 Absatz 3 UWG: Die Adresse stammt aus einem Verkauf, es geht um ähnliche Waren, und auf den Widerspruch wurde bei der Erhebung und wird in jeder Nachricht hingewiesen. Für die Erstansprache neuer Kontakte gilt das nicht.

Wie viele Nachrichten im Monat sind sinnvoll?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Maßgeblich sind Sortiment, Kaufzyklus und die Abmelderate, und genau die wird im Unterricht als Steuerungsgröße genutzt.