
Ein Viertel der Betriebe nutzt KI — die meisten an der Oberfläche
Gefühlt nutzt jeder KI. Das Statistische Bundesamt zählt für 2025 ein Viertel der Unternehmen — bei kleinen Betrieben weniger als ein Viertel. Was die Betriebe anders machen, bei denen KI tatsächlich etwas verändert.
Gefühlt nutzt jeder KI. Die amtliche Zahl sagt etwas anderes: 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzten 2025 Künstliche Intelligenz ein, bei Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten waren es 23 Prozent. Das erhebt das Statistische Bundesamt jährlich gemeinsam mit Eurostat. „Schreib mir diese E-Mail", „fass mir das zusammen": Das spart ein paar Minuten, verändert aber keinen einzigen Prozess. Im Video schauen wir uns an, was die Betriebe anders machen, bei denen KI messbar Gewinn und Zeit bringt.
Die Zahlen zur KI-Nutzung stammen aus der jährlichen Erhebung des Statistischen Bundesamtes zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen, veröffentlicht am 24. November 2025. Erfasst sind Unternehmen ab zehn Beschäftigten. Unternehmen mit Nutzung von KI nach Beschäftigtengrößenklassen (Statistisches Bundesamt).
Woran die meisten scheitern
Der typische KI-Einsatz im Mittelstand kratzt an der Oberfläche: einzelne Prompts, einzelne Personen, keine Messung. Dabei lassen sich mit Werkzeugen wie Claude oder ChatGPT inzwischen ganze Arbeitsabläufe automatisieren. Wer nur E-Mails umformulieren lässt, nutzt davon einen Bruchteil.
Schritt 1: Messen, wo KI wirklich Zeit bringt
Die Betriebe, bei denen KI etwas bewegt, beginnen mit einer Prozess-Roadmap: Was machen wir eigentlich den ganzen Tag, und wie lange dauert jeder Schritt? Erst mit diesem Vorher-Wert lässt sich beurteilen, ob KI etwas bringt. Zwei Beispiele aus unserem eigenen Haus. Als AZAV-zertifizierter Bildungsträger müssen wir umfangreich dokumentieren; mit KI geht das schneller und zugleich ausführlicher. Und in unserer Marketingagentur hing an der Produktfotografie früher ein Briefing, ein Projektmanagement und ein Designer. Mit einem eigenen KI-Tool ist der Ablauf heute so kurz, dass wir Zeit, Geld und Personal an anderer Stelle einsetzen. In beiden Fällen kannten wir die Kosten vorher und nachher. Darauf kommt es an.
Schritt 2: Die Regeln neu setzen
Selbst wer KI sinnvoll einsetzt, verliert den Gewinn oft wieder. Das Parkinsonsche Gesetz sagt: Eine Aufgabe dauert so lange, wie man ihr Zeit gibt. Wer die gewonnene halbe Stunde nicht neu verplant, hat nichts gewonnen. Es braucht also neue Zeitvorgaben, neue Kennzahlen und eine klare Antwort darauf, wohin die freie Zeit fließt. Im besten Fall in Marketing und Vertrieb, wo sie neuen Umsatz bringt. An dieser Frage entscheidet sich der Gewinn, nicht am Werkzeug.
Schritt 3: Das Team systematisch schulen — nicht nur den Chef
Der Punkt, den die meisten Unternehmen auslassen: KI-Wissen bleibt beim Geschäftsführer hängen, statt systematisch ins Team zu kommen. Die Betriebe, die messbar profitieren, schulen ihre Mitarbeitenden strukturiert und geben ihnen die Zeit, das Gelernte anzuwenden. Wer vor zwanzig Jahren von Briefen auf E-Mail und Excel umgestellt hat, steht heute vor demselben Sprung — nur größer: Prozesse automatisieren, Bilder erstellen, Auswertungen bauen, ohne Programmierkenntnisse.
Wie sich die Qualifizierung finanzieren lässt
Genau diese systematische Schulung ist förderfähig. Über das Qualifizierungschancengesetz werden für Betriebe unter 50 Beschäftigten bis zu 100 % der Lehrgangskosten übernommen, dazu bis zu 75 % Zuschuss zum Arbeitsentgelt während der Schulungszeit. Als AZAV-zertifizierter Bildungsträger qualifizieren wir Ihr Team über mehrere Monate praxisnah für KI im Arbeitsalltag und unterstützen Sie beim Antrag. Über Art und Höhe der Förderung entscheidet der Fördergeber im Einzelfall.
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