Welche Unterlagen es gibt und wer worüber entscheidet

Ein Bildungsträger stellt Unterlagen zusammen und führt die Maßnahme durch. Über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit. Diese Trennung erklärt die meisten Missverständnisse im Verfahren.

Unten steht, welcher Nachweis für eine Maßnahme der Deutschen Mitarbeiterförderung gebraucht wird, wer ihn ausstellt und wo er sich prüfen lässt — und wer im Antragsweg welchen Schritt verantwortet.

Die Nachweise im Einzelnen

Sechs Dokumente kommen im Verfahren vor. Drei davon stellen wir als PDF bereit, die übrigen entstehen bei der Förderstelle oder im Lauf der Maßnahme.

NachweisWer stellt ihn ausWofür er gebraucht wirdWo er sich prüfen lässt
TrägerzulassungFachkundige Stelle (bei uns Kiwa ZERTPUNKT GmbH)Beleg, dass der Träger überhaupt geförderte Maßnahmen durchführen darfZulassungsnummer A2405007, Urkunde als PDF
MaßnahmezulassungFachkundige Stelle, je Maßnahme einzelnBeleg, dass genau dieser Kurs förderfähig ist — eine Trägerzulassung allein genügt nichtMaßnahmenummer, zusätzlich in KURSNET nachschlagbar
Lehrplan der MaßnahmeBildungsträgerGrundlage für das Gespräch bei der Agentur: Inhalte, Module, StundenverteilungGegen die Angaben auf der Kursseite
BildungsgutscheinAgentur für Arbeit oder JobcenterZusage der Kostenübernahme für ein Bildungsziel, zeitlich befristetGültigkeitsfrist und Bildungsziel auf dem Gutschein selbst
TeilnahmebescheinigungBildungsträger, während der MaßnahmeNachweis laufender Teilnahme gegenüber der FörderstelleBeim Träger anzufordern
TrägerzertifikatBildungsträger, nach bestandener interner AbschlussprüfungBeleg über Teilnahme und Abschluss der MaßnahmeNennt Maßnahme, Umfang und Inhalte; kein Kammerabschluss

Die verlinkten Nachweise öffnen sich als PDF. Weitere Maßnahmenzertifikate und Lehrpläne stellen wir auf Anfrage zusammen; die Prüfung in KURSNET erklärt die Seite zur AZAV-Zulassung.

Wer im Antragsweg was verantwortet

Sechs Schritte vom Erstgespräch bis zum Zertifikat. Entscheidend ist Schritt vier: Die Bewilligung liegt nicht beim Träger.

SchrittVerantwortlichBenötigte UnterlageErgebnis
ErstgesprächBildungsträger und InteressentKeineKlarheit darüber, welche Maßnahme zum Ziel passt und welcher Förderweg infrage kommt
Unterlagen zusammenstellenBildungsträgerLehrplan, Stundenverteilung, Zulassungsnachweise, MaßnahmenummerEin Satz Unterlagen, mit dem sich das Gespräch bei der Förderstelle führen lässt
Antrag stellenBeschäftigte über den Arbeitgeber, Arbeitsuchende selbstDie Unterlagen aus Schritt 2, dazu die persönlichen AngabenEin Antrag bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter
Prüfung und EntscheidungAgentur für Arbeit oder JobcenterDer AntragBewilligung oder Ablehnung — diese Entscheidung trifft allein die Förderstelle
DurchführungBildungsträgerBildungsgutschein oder BewilligungsbescheidUnterricht, Teilnahmebescheinigungen, Abschlussprüfung
AbschlussBildungsträgerPrüfungsergebnisTrägerzertifikat über die absolvierte Maßnahme

Die Voraussetzungen, die in Schritt vier geprüft werden, stehen in § 82 SGB III für Beschäftigte und in § 81 SGB III für Arbeitsuchende. Ausführlich erklärt sie die Förder-FAQ.

Häufige Fragen zu Unterlagen und Zuständigkeit

Kann ein Bildungsträger die Förderung zusagen?

Nein, und wer das tut, überschreitet seine Rolle. Über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall. Ein Träger kann die Unterlagen vollständig und nachvollziehbar aufbereiten und erklären, welche Voraussetzungen das Gesetz nennt. Mehr nicht.

Welche Unterlagen muss ich zur Beratung mitbringen?

Den Lehrplan der konkreten Maßnahme, die Maßnahmenummer und den Zulassungsnachweis. Dazu Ihre eigenen Angaben: Abschlusszeugnis, gegebenenfalls Bescheide früherer Förderungen. Die Unterlagen zu unseren Maßnahmen stellen wir vorab zusammen.

Woran erkenne ich, dass eine Maßnahme wirklich zugelassen ist?

An zwei Nummern, nicht an einer. Die Trägerzulassung sagt, dass der Anbieter geförderte Maßnahmen durchführen darf. Die Maßnahmezulassung sagt, dass dieser eine Kurs geprüft und zugelassen ist. Ein zugelassener Träger kann durchaus Kurse anbieten, die es nicht sind. Beide Nummern lassen sich in KURSNET nachschlagen.

Was passiert, wenn der Bildungsgutschein abläuft?

Dann verfällt die Zusage. Der Gutschein ist zeitlich befristet, die Frist steht darauf, und die Maßnahme muss innerhalb dieser Frist beginnen. Deshalb lohnt der Blick auf das Datum, bevor ein Starttermin vereinbart wird.

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